Was kostet Digital Signage wirklich? Eine Rechnung ohne Sternchen
Software, Bildschirm, Einrichtung, Strom — die Angebote im Markt vergleichen sich schlecht, weil jeder etwas anderes einrechnet. Eine vollständige Aufstellung für einen und für zehn Standorte.
„Ab 9 Euro im Monat“ steht auf vielen Anbieterseiten. Was dabei selten dabeisteht: ob das je Bildschirm oder je Konto gilt, ob Vorlagen extra kosten, ob ein Abspielgerät nötig ist und was die Einrichtung kostet. Deshalb hier eine Rechnung, bei der nichts fehlt.
Die vier Posten
Jede Digital-Signage-Lösung besteht aus denselben vier Posten. Anbieter unterscheiden sich vor allem darin, welche davon sie im beworbenen Preis zeigen.
- Software — laufend, meist je Bildschirm und Monat
- Bildschirm — einmalig gekauft oder monatlich gemietet
- Abspielgerät — entfällt, wenn der Bildschirm einen Browser mitbringt
- Einrichtung — einmalig, je nachdem ob Sie selbst montieren
Ein Standort, ein Bildschirm
Der häufigste Fall: eine Praxis, eine Apotheke, ein Ladengeschäft. Ein Bildschirm im Wartebereich oder im Schaufenster.
Software im Einstiegspaket kostet unter zehn Euro im Monat. Der Bildschirm ist der größere Posten — ein professionelles Display für den Dauerbetrieb liegt je nach Größe im mittleren dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich, gemietet ab etwa 35 Euro im Monat. Braucht der Bildschirm kein zusätzliches Abspielgerät, entfällt dieser Posten ganz.
Wer mietet, hat keine Anschaffung und damit keine Abschreibung — für viele Betriebe der ausschlaggebende Punkt, weil es eine laufende Ausgabe bleibt statt einer Investition.
Zehn Standorte
Ab mehreren Standorten kippt die Rechnung, und zwar zugunsten der digitalen Lösung. Der Grund ist nicht die Software, sondern die Logistik: Gedrucktes muss vervielfältigt, versendet und vor Ort ausgetauscht werden. Bei zehn Filialen bedeutet eine Preisänderung zehn Sendungen und zehn Mal jemanden, der es aufhängt.
Digital ist es ein Vorgang. Die Software kostet zwar zehnmal, aber Druck und Versand entfallen vollständig, und die Arbeitszeit in den Filialen ebenso.
Hier lohnt sich auch der Blick auf die Abrechnung: Ein Modell mit Grundpreis plus Aufpreis je weiterem Gerät ist bei zehn Bildschirmen schwer zu überschlagen. Ein Preis je Gerät ist es nicht — zehn Bildschirme kosten das Zehnfache von einem, das kann jeder im Kopf rechnen.
Die Posten, die gern vergessen werden
Drei Dinge tauchen in Angeboten selten auf und schlagen später zu:
- Strom: Ein Display im Dauerbetrieb verbraucht je nach Größe 50 bis 200 Watt. Bei zwölf Stunden täglich sind das grob 30 bis 100 Euro im Jahr.
- Netzwerk: Der Bildschirm braucht eine Verbindung. WLAN reicht meist, aber nicht überall — bei dicken Wänden wird ein Netzwerkkabel nötig.
- Inhalte: Die Software zeigt, was Sie einstellen. Wer keine Bilder hat, braucht jemanden, der sie gestaltet — oder Vorlagen, in die nur Text eingesetzt wird.
Was sich rechnet und was nicht
Ehrlich gesagt: Ein einzelner Bildschirm, auf dem einmal im Quartal etwas geändert wird, rechnet sich gegenüber einem gedruckten Plakat nicht. Der Nutzen entsteht durch Häufigkeit — wöchentlich wechselnde Angebote, tagesaktuelle Angaben, mehrere Standorte.
Wer nur einmal im Jahr etwas ändert, ist mit einem gedruckten Schild besser bedient. Das gehört zu einer redlichen Rechnung dazu.